Ich gestalte / Ausstellungsraum / Fülle

Fülle
Acryl auf Leinwand, reliefartig
10 × 10 cm
Aus der Serie Little Emotions
Unikat
Fülle gehört zur Serie Little Emotions und entstand bei einem Waldspaziergang. Ich lebe unmittelbar am Waldrand, wo sich besonders nach dem Regen eine üppige Vielfalt unterschiedlichster Grüntöne zeigt.
Das Grün steht für Hoffnung, Wachstum und Aufblühen. Die Acrylfarbe ist so dicht aufgetragen, dass die nur zehn mal zehn Zentimeter große Arbeit beinahe zum Relief wird.
Das Werk hält einen Moment fest, in dem Sorgen, Ängste und Bewertungen für einen Augenblick zurücktreten und der Blick frei wird für das, was tatsächlich da ist.
Die Erkenntnis dieses Moments ist ebenso schlicht wie wesentlich:
Es ist alles da.
Die Geschichte hinter dem Werk
Fülle entstand aus einem Moment der Erkenntnis: Vielleicht fehlt viel weniger, als wir glauben.
Ich lebe unmittelbar am Waldrand. Besonders nach dem Regen zeigt sich dort eine beinahe verschwenderische Vielfalt von Grün. Helle, dunkle, leuchtende, satte Grüntöne liegen neben- und übereinander, Pflanzen wachsen ineinander, überall entsteht neues Leben. Bei einem Waldspaziergang, inmitten dieser Üppigkeit, entstand das innere Bild zu diesem Werk.
Sorgen, Ängste und andere Emotionen können sich vor unseren Blick auf die Wirklichkeit schieben. Sie nehmen Raum ein, werden groß und bestimmen, was wir wahrnehmen. Doch was geschieht, wenn sie für einen Moment zur Seite treten? Wenn wir aufhören, vorauszudenken, zu bewerten oder zu fürchten, und stattdessen ganz im Augenblick sind?
Dann verändert sich der Blick.
Das Grün steht in Fülle für Hoffnung, Wachstum und Aufblühen. Die Acrylfarbe liegt so dicht und körperlich auf der kleinen Fläche, dass das Werk beinahe zum Relief wird. Unterschiedliche Grüntöne, durchsetzt von anderen Farben, wachsen ineinander, übereinander und auseinander. Es gibt kaum Leere. Alles scheint in Bewegung und zugleich vollständig vorhanden.
Die nur zehn mal zehn Zentimeter große Arbeit verdichtet diese Erfahrung auf kleinstem Raum. Anders als ein Mangel, der erst ausgefüllt werden müsste, zeigt Fülle etwas, das bereits da ist.
Für mich ist das der unverstellte Blick auf die Dinge, wie sie eigentlich sind: Wenn Sorgen, Ängste und Bewertungen für einen Moment nicht bestimmen, was wir sehen, kann etwas anderes sichtbar werden. Der gegenwärtige Moment. Die Achtsamkeit. Das, was wächst, trägt, leuchtet und bereits vorhanden ist.
Und plötzlich steht da eine sehr einfache Erkenntnis:
Es ist alles da.
Text © Friederike von Corratio · Fragen zu diesem Werk: Kontakt