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Blutbad

Blutbad

2021
Acryl auf Leinwand
10 × 10 cm
Aus der Serie Little Emotions
Unikat

Blutbad entstand 2021 aus einer Wut, die sich über lange Zeit aufgebaut hatte: über Dinge, die ich nicht mehr beeinflussen konnte, über Sorge, die abgetan wurde, und über Erzählungen, die ein falsches Bild von mir zeichneten.

Das Werk gehört zur Reihe Little Emotions. „Little“ bezeichnet dabei das Format, nicht die Größe des Gefühls. Auf nur zehn mal zehn Zentimetern verdichtet sich, was im Außen keinen Raum bekommen kann, weil das Leben weitergeht und ich weiter funktionieren muss. Rot liegt auf Rot und wird zu einem reliefartigen, beinahe brodelnden Körper – wie Magma unter Druck.

Fast verborgen sitzt auf einer der Erhebungen ein winziger goldener Punkt. Für mich ist er das Fünkchen Liebe, das trotz allem noch da ist: beinahe ertränkt von Schmerz und Wut, aber nicht verschwunden.

Die Geschichte hinter dem Werk

Blutbad entstand aus Wut.

Aus einer Wut, die sich über lange Zeit aufgebaut hatte: über Dinge, die ich nicht mehr beeinflussen konnte. Über Sorge, die ich äußerte und die abgetan wurde. Über Erzählungen über mich, die ein falsches Bild von mir zeichneten. Und über die Erfahrung, dass gemeinsame Sorge nicht zwangsläufig bedeutet, dass Sorge auch gemeinsam getragen wird.

Irgendwann war diese Wut nicht mehr nur ein Gedanke. Sie war körperlich. Heiß, dicht und brodelnd – wie Magma unter einer Oberfläche, die jeden Moment aufbrechen könnte.

Blutbad gehört zur Reihe Little Emotions. Das kleine Format ist dabei kein Ausschnitt und keine Verkleinerung des Gefühls, sondern seine Verdichtung. „Little“ bezeichnet die Dimension des Trägers, nicht die Dimension der Emotion.

Die Wut bekommt keinen Raum, sich auszubreiten. Im Außen muss ich weiter funktionieren, Haltung bewahren, meinen Alltag leben. Was ich nicht nach außen tragen kann, verdichtet sich deshalb auf nur zehn mal zehn Zentimetern. Rot liegt auf Rot, Farbe auf Farbe, bis eine beinahe brodelnde Oberfläche entsteht. Die Acrylfarbe wird zum Relief aus Erhebungen, Verwerfungen und Spitzen. Wie Magma steht etwas unter enormem Druck – und genau daraus entsteht die Intensität von Blutbad.

Und dann ist da etwas, das man beinahe übersieht.

Auf einer der Erhebungen sitzt ein winziger goldener Punkt.

Für mich ist er das Fünkchen Liebe, das trotz allem noch da war. Fast verschwindend klein gegenüber der Wut, dem Schmerz und all dem Rot. Beinahe ertränkt von dem, was so viel größer geworden war – aber nicht ganz.

Vielleicht liegt genau darin für mich die eigentliche Spannung von Blutbad: Dass sehr unterschiedliche Gefühle gleichzeitig existieren können. Dass Wut Liebe nicht zwingend auslöscht. Und dass selbst in einem inneren Blutbad etwas übrig bleiben kann, das sich nicht vernichten lässt.

Text © Friederike von Corratio · Fragen zu diesem Werk: Kontakt

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